Zürich bei Nacht


Du lebst in dieser Stadt.Es ist Sommer.Es wird Abend, der Himmel färbt sich Rosa.Die Menschen drängen sich von der Arbeit nach Hause...in ihren Autos, Busse und Bahnen.Du möchtest etwas ganz anderes tun.Du fährst nicht nach Hause, sondern vor die Tore der Stadt...zu einem Berg, auf dem ein Aussichtsturm steht.Du steigst die 400 Stufen hinauf.Mittlerweile ist der Himmel dunkelviolett.Oben angelangt, siehst du auf die Stadt...sie liegt dir zu Füßen...du kannst bis zu den Alpen hinter der Stadt sehen.




Warmes Kribbeln auf der Haut, ein lauwarmer Hauch von Wind streichelt meine Wangen und ich blicke nun über die Stadt, über die ganze Stadt.Meine Beine glühen von den 400 Stufen und unterbrechen kurz meine Aufmerksamkeit,die nur dem Farbenmeer aus Lichtern gilt und mich für einen Moment alles vergessen lässt.Wo ich bin,Wer ich bin, und so weiter...
Ich fühle mich frei und einsam.Einsam aber auf eine positive Art.Nicht wie einsam=allein gelassen.Eher wie einsam=Zeit für mich.
Ich lasse die Gedanken schweifen und gehe gedanklich durch die Stadt:Hinterhöfe,Sportplätze,Einkaufsstraßen und Hochhäuser kreuzen meinen Weg.
Ich frage mich ob die letzten glimmenden Lichter in den Hochhäusern wohl nie ausgehen?
Im Gedanken verbinde ich die letzten sanft aufblitzenden Punkte am Horizont miteinander und versuche einen Namen für das neue Kunstwerk von Sternenbild zu finden.Zürich